Standortmunitionsniederlage 223/1 Emmerke

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Die Standortmunitionsniederlage (StOMunNdlg) 223/1 lag im nordwestlichen Teil des ehemaligen Hildesheimer Standortübungsplatzes Osterberg in der Nähe der Ortschaft Emmerke (Gemeinde Giesen). Gebaut wurde das Depot in den 60er Jahren.

Die Liegenschaft diente als Munitionslager für die in Hildesheim stationierten Truppenteile der Bundeswehr und umfasste 43 erdüberdeckte Munitionslagerhäuser (MLH), ein massives Wachgebäude sowie einen Packmittelschuppen. In der StOMunNdlg wurde der gesamte Munitionsvorrat für die Bundeswehrgarnison Hildesheim gelagert.

In den 60er und 70er Jahren wurden an vielen Standorten der Bundeswehr Munitionsniederlagen errichtet, die sog. Standortmunitionsniederlagen.

Aufgrund der kurzen Vorwarnzeit während des Ost-West-Konfliktes sollten die einzelnen Truppenteile im Ernstfall möglichst schnell mit Munition versorgt werden. Nach dem Ende des Kalten Krieges, Anfang der 90er Jahre verloren diese Einrichtungen jedoch ihren strategischen Nutzen.

Aufgrund der Truppenreduzierung und der damit verbundenen Neustrukturierung der Munitionsversorgung wurden die Standortmunitionsniederlagen nach und nach aufgegeben. Im Jahre 1996 entschied die damalige Bundesregierung, dass von ca. 170 noch aktiven Munitionsniederlagen 150 geschlossen werden. Nach dem damaligen Konzept sollte es nur noch Munitionsniederlagen im Bereich der Truppenübungsplätze geben, sowie an Standorten, deren Entfernung zum nächsten Munitionsdepot mehr als 100 Kilometer beträgt. Auch der Bundeswehrstandort Hildesheim wurde zunächst drastisch reduziert, sämtliche Kampfeinheiten wurden aufgelöst. Zum 31.12.2007 wurde auch der letzte aktive Truppenteil, die Panzergrenadierbrigade 1, aufgelöst. Die Standortmunitionsniederlage Emmerke war jedoch trotz der zwischenzeitlich deutlichen Truppenreduzierung in Hildesheim noch bis zum Oktober 2001 in Betrieb. Zuletzt wurde dort noch Munition für das Sanitätsregiment 1 und die Stabskompanie PzGrenBrig 1 gelagert.Als eine der deutschlandweit letzten aktiven Einrichtungen dieser Art wurde die StOMunNdlg Emmerke zum 31.10.2001 geschlossen.

Bis Mitte der 80er Jahre erfolgte die Bewachung der Anlage durch Soldaten, danach wurde eine Zivilwache eingesetzt, die über Hundeführer verfügte. Nach Aufgabe der Anlage wurde diese bis zum Jahr 2006 durch die Bundeswehr noch als Lager "übende Truppe" genutzt.

Im Juni 2007 verkaufte die BIMA die Liegenschaft an die Paul-Feindt-Stiftung. Die Stiftung wird die Anlage komplett renaturieren. Die Munitionslagerhäuser werden mit Erdreich verfüllt, ebenso die Straßen. Das massive Wachgebäude wird abgerissen, ebenso werden alle Lichtmasten und Zäune demontiert und entfernt. In Zukunft wird, außer 43 Hügeln unter denen sich die verfüllten Lagerhäuser befinden, nichts mehr an eine Munitionsniederlage erinnern. Für den Standortübungsplatz Osterberg ist ebenfalls eine Renaturierung im Gespräch, möglicherweise wird dort ein Naherholungsgebiet mit diversen Wanderwegen angelegt.

1 - Tor zur ehem. StOMunNdlg mit Wache1 - Tor zur ehem. StOMunNdlg mit Wache2 - Wachegebaeude2 - Wachegebaeude
3 - Blick entlang des Zaunes auf die Wache3 - Blick entlang des Zaunes auf die Wache4 - Zaun entlang der StOMuNdlg4 - Zaun entlang der StOMuNdlg
5 - Nottor mit Munitionslagerhaus5 - Nottor mit Munitionslagerhaus6 - Zugewachsener Zaun in der naehe des Nottors6 - Zugewachsener Zaun in der naehe des Nottors
7 - Packmittelschuppen und Zuffahrtsstrasse zu den MLH7 - Packmittelschuppen und Zuffahrtsstrasse zu den MLH8 - Ehemaliger Hundezwinger8 - Ehemaliger Hundezwinger
9 - Warnschild9 - Warnschild